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Business Continuity Plan und Erstellung eines solchen Plans

Häufig liegt nicht alles in unserer Hand. Doch auch wenn es sich wie eine riesige Herausforderung anfühlt, ist genau das der beste Zeitpunkt, um proaktiv, produktiv und innovativ zu handeln – und sich auf das zu konzentrieren, das Sie tatsächlich kontrollieren können. Hier kommt ein Business Continuity Plan (BCP) ins Spiel.

Indem Sie sich ein klares Bild davon machen, wie sich verschiedene Arten von Problemen und Krisenphasen auf Ihr Unternehmen auswirken – sei es eine Rezession oder eine Naturkatastrophe – und einen realistischen Plan B für jede dieser Situationen erarbeiten, bewahren Sie auch in diesen Situationen einen kühlen Kopf und erhalten den Betrieb in Ihrem Unternehmen aufrecht.

Im Folgenden erfahren Sie alles, was Sie über einen Business Continuity Plan für Ihr Unternehmen wissen sollten, und erhalten eine leicht verständliche Vorlage, die Ihnen den Einstieg erleichtert.

Was ist ein Business Continuity Plan?

Ein Business Contuinuity Plan ist ein Dokument, in dem die wesentlichen Unternehmensinformationen aufgeführt sind, die zur Aufrechterhaltung des Betriebs und der finanziellen Tragfähigkeit bei einem unvorhergesehenen oder unerwarteten Ereignis erforderlich sind (Business Continuity Planning). Mit anderen Worten: Ihre berufliche Lebensader.

Ein Business Continuity Plan (BCP) enthält in der Regel Einzelheiten zur Kommunikation in Notfällen, zu kritischen Geschäftsaktivitäten sowie zu den Verfahren und Ressourcen, die zur Aufrechterhaltung der grundlegenden Funktionen während einer Störung erforderlich sind.

Warum ist ein Business Continuity Plan wichtig?

Ein BCP ist einer der wichtigsten Bestandteile des Risikomanagements. Er ist im Notfall die zentrale Anlaufstelle für die wichtigsten Informationen Ihres Unternehmens und umfasst sämtliche Abläufe, die für die grundlegende Funktionsweise Ihres Unternehmens erforderlich sind, sowie Anweisungen zur Vermeidung oder zumindest Bewältigung von Risiken bei Ausfällen während der Krise bzw. des unvorhergesehenen Ereignisses.

Zur Erinnerung: Wenn eine Katastrophe eintritt, wissen Sie nicht, wie Ihr Team reagieren wird. Selbst die besten Teammitglieder tun sich möglicherweise schwer damit, den Betrieb am Laufen zu halten. Mit einem BCP, der klare Anweisungen und gut dokumentierte Informationen beinhaltet, ist es für alle Betroffenen im Unternehmen leichter, auf dem gleichen Stand zu bleiben.

Hier einige Beispielszenarien, in denen ein BCP hilfreich ist:

  • Rezession
  • Cyberangriff
  • Überschwemmung, Brand oder andere Naturkatastrophen
  • Ausfall oder Störung der IT
  • Großflächiger Stromausfall
  • Menschliches Versagen

Erstellung eines Business Continuity Plan

Sie wissen nicht, wie Sie mit Ihrem BCP anfangen sollen? Dabei hilft Ihnen unser Business-Continuity-Plan. Sie umfasst Folgendes:

  • Kontaktdaten für Notfälle: eine Liste Ihrer wichtigsten Kontakte, sowohl intern (Mitarbeitende, IT, Lohnbuchhaltung, Büroverantwortliche) als auch extern (wichtige Kunden, Anbieter, Lieferanten, die Buchhaltung, Bankangestellte).
  • Business Impact Analysis: hilft Ihnen, die Folgen eines Ausfalls für Ihr Unternehmen und dessen Abläufe zu ermitteln und beurteilen.
  • Wiederherstellung: Dazu gehören die Maßnahmen, die Ihnen zur Risikovermeidung, -kontrolle oder -bewältigung helfen können, sowie alternative Verfahren und Ressourcen, die Ihr Unternehmen im Bedarfsfall einsetzen könnte.
  • Schulung: Stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeitenden mit Ihrem BCP vertraut sind und wissen, welche Schritte sie im Notfall ergreifen müssen.

Durchführung einer Business Impact Analysis (BIA)

Mit einer schnellen Business Impact Analysis sind Sie in der Lage, die wichtigsten Prozesse in Ihrem Unternehmen zu priorisieren und dann abzuschätzen, welche Auswirkungen es haben könnte, wenn sie nicht ausgeführt werden. Eine BIA besteht aus vier Elementen – hier eine kurze Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  • Identifizieren Sie kritische Geschäftsprozesse, die für das Funktionieren Ihres Unternehmens erforderlich sind. Zum Beispiel Verkaufsvorgänge, Inventur, Lohn- und Gehaltsabrechnung oder eine Ladenschließung.
  • Spielen Sie Szenarien mit unterschiedlich langen Unterbrechungen durch. Welche Auswirkungen auf Ihr Unternehmen hat ein Zeitrahmen von 14 Tagen, 30 Tagen, 45 Tagen, 60 Tagen oder mehr?
  • Schätzen Sie die Auswirkungen auf Ihr Tagesgeschäft ab, von Umsatzeinbußen und vermindertem Cashflow bis hin zu erhöhten Ausgaben oder Gesundheits- und Sicherheitsbedenken der Mitarbeitenden.
  • Prüfen Sie die Auswirkungen auf die Kunden und die finanziellen Auswirkungen, damit Sie die langfristigen Folgen besser einschätzen können.

Erstellung einer Notfallkommunikationsstrategie

Mit einem BCP soll sicher gestellt werden, dass Sie alle notwendigen Informationen haben, um Ihre Teammitglieder zu schützen. Vergewissern Sie sich also zunächst, dass Ihre Notfallkontaktliste auf dem neuesten Stand ist. Geben Sie alle wichtigen Kontakte an, z. B. Mitarbeitende, technische Unterstützung, Lieferanten, Notfallhilfe und zuständige Bankangestellte. Erstellen Sie dann einen Kommunikationsplan für Aktualisierungen und legen Sie fest, wer für die Aufrechterhaltung der Kommunikation verantwortlich ist.

Identifizieren kritischer Geschäftsaktivitäten

Jedes Unternehmen hat „Must-haves“ und „Nice-to-haves“. Die „Must-haves“ sind die notwendigen Prozesse und Ressourcen, die Sie für den Betrieb Ihres Unternehmens benötigen. In diesem Teil der Übung lernen Sie, wie Sie sie erkennen und in eine sinnvolle Reihenfolge bringen. Folgendes gehört möglicherweise dazu:

  • Menschen
  • Prozesse
  • Betrieb
  • Ausrüstung
  • Gebäude

Beispiel: Nehmen wir an, ein Geschäft vor Ort muss schließen. Wenn Ihr Geschäft schließen muss, hat dies entscheidende Auswirkungen auf Ihre Fähigkeit, Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen.

Bestimmen der maximal akzeptablen Dauer eines Ausfalls

Die Wiederherstellung des Normalbetriebs kann mehrere Wochen oder noch länger dauern. Sie sollten also prüfen, wie sich die Dauer der Ausfallzeit auf Ihr Unternehmen auswirkt. Schätzen Sie für jede kritische Geschäftsaktivität, die Sie oben ermittelt haben, deren Auswirkungen auf Ihr Unternehmen über verschiedene Zeiträume hinweg. So finden Sie heraus, wie lange eine Aktivität maximal ausfallen darf, bevor der Ausfall kritisch wird. Beispiel:

  • 14 Tage
  • 30 Tage
  • 45 Tage
  • Länger als 60 Tage

Beispiel: In unserem Szenario hat die 14-tägige Schließung einer Filiale ganz andere Auswirkungen auf Ihr Geschäft als eine Schließung von mehr als 60 Tagen.

Berücksichtigen der möglichen Auswirkungen einer ausgefallenen Aktivität

Überlegen Sie für jede kritische Geschäftsaktivität, welche spezifischen Auswirkungen ein Ausfall auf Ihr Unternehmen haben könnte. Beispiel:

  • Verlust von wichtigen Mitarbeitenden oder Zweigstellen/Büros
  • Verluste bei Umsatz und Einkommen
  • Verminderter Cashflow
  • Höhere Kosten (z. B. Überstundenvergütung, Outsourcing, Drop-Shipping usw.)

Beispiel: Wenn Ihr Geschäft geschlossen ist, müssen Sie Umsatzeinbußen hinnehmen. Außerdem verkaufen Sie möglicherweise mehr über Ihre Website, sodass Sie höhere Versandkosten und Ausgaben haben.

Berücksichtigen der Auswirkungen auf Ihre Kunden und Ihre Finanzen

Die Ausfallzeiten Ihrer kritischen Geschäftsaktivitäten können sich auf Kunden, Finanzen und (gegebenenfalls) auf Ihre Fähigkeit auswirken, gesetzliche Vorschriften zu erfüllen. Schätzen Sie so viele dieser Auswirkungen wie möglich ab. Beispiel:

  • Kunden: Verspätete Bestellungen oder längere Lieferzeiten führen möglicherweise zu einem höheren Telefonaufkommen aufgrund verärgerter Kunden.
  • Finanzen: Wie viel würde Sie ein Ausfall in Bezug auf Umsatzeinbußen oder erhöhte Ausgaben kosten?

Beispiel: Wenn Ihr Geschäft geschlossen ist, können Sie möglicherweise die von Ihren Kunden bestellten Produkte oder Dienstleistungen nicht liefern, was Unzufriedenheit unter den Kunden nach sich zieht. Die Umsatzeinbußen würden sich auf X € belaufen.

Strategien zur Wiederherstellung

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil eines BCP sind die vorgesehenen Wiederherstellungsstrategien. Dies sind die alternativen Maßnahmen, die Sie und Ihr Unternehmen ergreifen können, um sich zu erholen und den Betrieb bei einem unerwarteten Ereignis wiederherzustellen.

Das sollten Sie in Bezug auf Wiederherstellungsstrategien tun:

  • Führen Sie auf, welche Verfahren Sie bereits eingeführt haben, um die Auswirkungen des Ausfalls zu verhindern oder zu minimieren.
  • Machen Sie sich Gedanken über alternative Verfahren oder Ressourcen, die Sie schnell einsetzen könnten, um den Betrieb wieder aufzunehmen oder aufrechtzuerhalten.
  • Bestimmen Sie eine Person, die die jeweilige Wiederherstellungsstrategie umsetzt.

Disaster Recovery Plan vs. Business Continuity Plan

Während sich ein Business Continuity Plan auf die Aufrechterhaltung des Betriebs und der finanziellen Tragfähigkeit konzentriert, bezieht sich ein Disaster Recovery Plan speziell auf die IT-Infrastruktur, z. B. auf die Wiederherstellung der technischen Systeme und des Datenzugriffs.

Weitere Ressourcen zur Unterstützung des Business Continuity Planning

Diese zusätzlichen Ressourcen helfen Ihnen dabei, für unerwartete Ereignisse zu planen:

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